Altbewährte Hausmittel

Hausmittel sind Mittel, die sich im Hausgebrauch – oft über Jahrhunderte hinweg – bewährt haben. Sie wurden und werden oft durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig, wobei zahlreiche Hausmittel der Körperpflege und dem Erhalt bzw. der Wiederherstellung der Gesundheit dienen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Volks- bzw. Erfahrungsmedizin. In der Regel hat sich im Laufe der langen Anwendung die Spreu vom Weizen getrennt. Wadenwickel bei Fieber sind z. B. ein altbewährtes Hausmittel ebenso wie Kräutertees, die bei unterschiedlichen Beschwerden Linderung bringen. Ein bewährtes Hausmittel zur Hautpflege sind Extrakte aus Birkenrinde. Hausmittel stehen heute wieder hoch im Kurs. Viele Menschen haben sie wiederentdeckt, weil sie bei Körper- und Gesundheitspflege Alternativen zur synthetischen Chemie suchen. Von der Wissenschaft dagegen wurden Hausmittel lange links liegen gelassen, ja sogar angefeindet. Die Wirkung dieser Substanzen sei nicht in Studien hieb- und stichfest belegt, wurde argumentiert. Hier zeichnet sich aber ein Wandel ab. Die moderne Wirkstoff-Forschung hat inzwischen viele der altbewährten Hausmittel untersucht. Dabei konnte sauber dokumentiert werden, dass viele Hausmittel tatsächlich – oft vielfältige – günstige Effekte haben. Und auch die erfahrungsgemäß gute Verträglichkeit der meisten Hausmittel konnte bestätigt werden.

Antientzündliche Wirkung

Viele Hauterkrankungen sind mit einer Entzündung der Haut verbunden, und allein schon Trockenheit der Haut bedeutet ein erhöhtes Entzündungsrisiko. In diesen Situationen sind deshalb Hautpflegeprodukte sinnvoll, die – abgesehen von der Stabilisierung des Fett- und Wasserhaushalts – auch eine anti-entzündliche Komponente besitzen. Betulin, ein aus Birkenrinde gewonnener Wirkstoff, fördert nachweislich bei Entzündungen der Haut den Heilungsprozess und wird von Hautärzten zur unterstützenden Hautpflege empfohlen.

Balsam

Balsam bezeichnet ursprünglich das wohlriechende Harz des Balsambaums, der Begriff wird aber meist weiter gefasst und für Pflegeprodukte von harzähnlicher Konsistenz und wohltuender Wirkung verwendet. So spricht man z. B. von Lippenbalsam.

Betulin

Betulin ist ein hautpflegender Wirkstoff pflanzlicher Herkunft, der aus der Birkenrinde gewonnen wird und dieser die weiße Farbe verleiht. Betulin schützt die Birke vor Umwelteinflüssen wie Hitze und Schädlingsbefall – und diese lange in der Natur erprobten Schutzeigenschaften lassen sich auch zur menschlichen Hautpflege nutzen. Obwohl Betulin schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, ist es erst in jüngerer Zeit gelungen, den wasserunlöslichen und schlecht fettlöslichen Wirkstoff als hochwertige Hautpflege nutzbar zu machen. Betulin – das ist in zahlreichen Studien nachgewiesen – verbessert nicht nur die Barriereeigenschaften der Haut und stabilisiert so deren Feuchtigkeitsgehalt, Betulin wirkt darüber hinaus auch anti-entzündlich und anti-bakteriell. Außerdem fördert dieser vielseitige natürliche Wirkstoff die Wundheilung. Und noch ein Plus: Betulin-Hautpflegeprodukte sind besonders gut verträglich, weil sie frei sind von Emulgatoren sowie Konservierungs- und anderen Zusatzstoffen!

Birke

Die Nutzung von Inhaltsstoffen der Birke zum Erhalt bzw. zur Wiederherstellung der Gesundheit hat eine sehr lange Tradition. Bereits in der Antike wurde Birkenharz als Heilmittel verwendet. Im indogermanischen Raum nördlich der Alpen hat sich ein wahrer Kult um die Birke entwickelt. Die Birke wurde als Lebensbaum und Symbol der Fruchtbarkeit verehrt. Haben Sie das gewusst: Der noch heute lebendige Brauch, der Liebsten einen Maibaum zu setzen, leitet sich aus diesen alten Ritualen ab. Die alten Germanen tranken Birkensaft als Schönheits- und Stärkungstrunk und behandelten Hautkrankheiten und Wunden mit Birkenlaubwasser. Auch die Äbtissin Hildegard von Bingen, die über ein großes Heilwissen verfügte, setzte auf die Birke: Sie empfahl Birkensaft bei Wassersucht und Harnverhalt sowie die äußerliche Anwendung geschälter, verriebener Birkenrinde zum Wundverschluss. Außer zur Wundversorgung werden Tinkturen aus Birkenrinde in der Volksmedizin seit langem bei Ekzemen – also Entzündungsreaktionen der Haut – und bei Pilzfall eingesetzt. Damit hat sich einmal mehr die Weisheit der Volksmedizin gezeigt. Die moderne Wirkstoff-Forschung hat nämlich zahlreiche günstige Wirkungen von Inhaltsstoffen der Birke nachgewiesen. So stabilisiert Betulin, das aus der Birkenrinde gewonnen wird, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und entfaltet anti-entzündliche und anti-bakterielle Eigenschaften. Deshalb sind Betulin-Pflegeprodukte ganz aktuell und werden bei trockener bzw. krankhaft geschädigter Haut empfohlen.

Duft- und Farbstoffe

Vielen Hautpflegeprodukten sind Duft- und oder Farbstoffe zugesetzt, um sie attraktiver zu machen. Dabei handelt es sich meist um künstlich hergestellte Substanzen. Solche synthetischen Duft- und Farbstoffe stellen für unsere Haut eine Belastung dar. Synthetische Parfumstoffe haben ein enorm hohes Sensibilisierungspotential, nach Nickel stehen sie heute als Verursacher von Allergien an zweiter Stelle. Und auch synthetische Farbstoffe können allergische und nicht allergische Reizreaktionen an der Haut verursachen. In natürlichen Hautpflegeprodukten wird – so der Anspruch – auf synthetische Duft- und Farbstoffe verzichtet. Bei der Herstellung natürlicher Pflegemittel werden – wenn überhaupt – zur Parfümierung bzw. Färbung natürliche Rohstoffe verwendet. Solche natürlichen Duft- und Farbstoffe sind sehr viel besser verträglich, obwohl Reizreaktionen auch auf diese Substanzen nicht ganz auszuschließen sind. Am besten verwenden Sie hochwertige Hautpflegemittel, die auf Duft- und Farbzusätze ganz verzichten!

Emulgator

Emulsionen bzw. Cremes enthalten Öl und Wasser, die sich bekanntlich schwer vermischen lassen. Deshalb sind vielen Hautpflegeprodukten Emulgatoren zugesetzt – das sind Hilfsstoffe, unter deren Einfluss sich Öl und Wasser besser zu einer stabilen Emulsion verbinden. Vorsicht: Emulgatoren können Hautreizungen und allergische Hautreaktionen hervorrufen. Benutzen Sie deshalb am besten Hautpflegeprodukte, die keine Emulgatoren enthalten!

Emulsion

Eine Emulsion ist ein stabiles, fein verteiltes Gemisch zweier Flüssigkeiten wie Wasser und Öl, die sich normalerweise nicht vermengen lassen. In einer Emulsion liegt die eine Flüssigkeit in winzigen Tröpfchen vor, die in der anderen Flüssigkeit schwimmen. Viele Hautpflegeprodukte sind Emulsionen mit einer wässrigen und einer öligen Komponente, die eine dünn- bis dickflüssige milchige Konsistenz besitzen. Man unterscheidet Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) und Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O). O/W-Emulsionen enthalten mehr Wasser als Öl, bei W/O-Emulsionen ist genau umgekehrt. O/W-Emulsionen wirken erfrischend und ziehen schnell ein, sie sind vor allem für normale und fettige Haut geeignet. W/O-Emulsionen dagegen mit ihrem höheren Anteil an pflegenden Fetten schützen die Haut nachhaltiger vor Feuchtigkeitsverlust und sind deshalb für trockene Haut zu empfehlen. Um aus beiden Phasen in eine haltbare Mixtur zu machen, sind Emulsionen meist als Hilfsstoffe so genannte Emulgatoren zugesetzt.

Ernährung

Trinken Sie genug? Das sollten Sie nämlich, wenn Ihre Haut schön geschmeidig und straff sein soll. Wasser ist für Aussehen und Funktionszustand unserer Haut sehr wichtig. Rund zwei Liter Flüssigkeit sollte ein Erwachsener täglich trinken. Und auch auf Ihre Ernährung sollten Sie Ihrer Haut zuliebe achten. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Ernährung und Haut. Das kann man gut daran sehen, dass Nahrungsmittel wie z.B. Erdbeeren bei empfindlichen Menschen zu Hautreaktionen wie Rötung oder Ausschlag führen können. Bei Neurodermitikern bewirken Milchprodukte oft eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes. Auch Ernährungssünden wie ein zu hoher Alkoholkonsum schlagen sich an der Haut nieder. Eine Reihe von Nährstoffen sind umgekehrt für eine gesunde Haut besonders wichtig. Fehlen diese Nährstoffe, ist das oft als erstes an der Haut abzulesen: Ein Mangel an Linolsäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, führt zu Rötungen und schuppiger Haut. Sonnenblumenöl z. B. ist reich an Linolsäure. Ein Mangel an Vitamin A, das für den UV-Schutz der Haut benötigt wird, löst Hauttrockenheit und Verhornungsstörungen aus. Vitamin-A-Quellen sind Leber und karotinreiche Gemüse wie Möhren. Ein Mangel an Vitamin C bewirkt Störungen der Wundheilung. Viel Vitamin C ist enthalten in Zitrusfrüchten, Paprika und Rosenkohl. Ein Mangel an Biotin führt zu sehr trockener, schuppender Haut und einer Störung der Talgdrüsen. Reich an diesem Vitamin sind z. B. Leber, Sojabohnen und Eigelb. Ein Mangel an Zink ruft Hautentzündungen und ebenfalls Wundheilungsstörungen hervor. Besonders reich an diesem Spurenelement sind Edamer Käse sowie Leber.

Fußpflege

Die Füße werden bei der Hautpflege gerne vernachlässigt. Speziell die Fußsohle wird sehr stiefkindlich behandelt – dabei ist diese Hautpartie die meistbeanspruchte unseres Körpers. Während 80 Prozent der Frauen regelmäßig eine Gesichtscreme anwenden, werden Fußpflegemittel nur von rund 30 Prozent der Frauen genutzt! Die Fußpflege sollte zur täglichen Körperpflege gehören wie das Zähneputzen. Nach der Reinigung sollten die Füße sorgfältig eingecremt werden, um die Haut geschmeidig zu halten. Die Auswahl des Pflegeprodukts richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen. Neigen die Füße zur Schwielenbildung, sind Produkte mit Hornhaut lösenden Inhaltsstoffen bestgeeignet. Auch für stark beanspruchte Füße gibt es spezielle – die Durchblutung fördernde – Produkte, die müde Füße wieder munter machen.

Fußpflege bei Diabetikern

Ein unbedingtes Muss ist die regelmäßige Fußpflege für Menschen mit Diabetes. Die Haut von Diabetikern ist – weil schlechter durchblutet – besonders anfällig gegenüber Austrocknung und Verletzungen, die sich – weil oft unbemerkt – leicht entzünden können. Diabetiker sollen deshalb ihre Füße jeden Tag sehr sorgfältig eincremen, um eine Austrocknung und Hautrisse zu verhindern. Am besten geeignet sind Fußpflegeprodukte, die den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut stabilisieren und zudem anti-entzündliche und anti-bakterielle Eigenschaften besitzen.

Hautcreme

Nach strenger Definition ist eine Hautcreme eine Öl-in-Wasser-Emulsion. Umgangssprachlich werden aber auch Wasser-in-Öl-Emulsionen als Cremes bezeichnet. Cremes lassen sich im Unterschied zu Salben leichter verstreichen und ziehen schneller in die Haut ein.

Hautmilch

Als Hautmilch werden milchähnliche Emulsionen zur Reinigung oder Pflege der Haut bezeichnet.

Hautpflege

Um einer beschleunigten Alterung der Haut, die zunehmend schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, entgegen zu wirken, sollten wir unsere Haut pfleglich behandeln. Die Hautpflege zielt in erster Linie darauf ab, die natürlichen Barriereeigenschaften unserer Haut und so ihren Feuchtigkeitshaushalt zu stabilisieren. Denn: Feuchtigkeit lässt unsere Haut nicht nur gut aussehen – ein ausbalancierter Wasserhaushalt ist auch wichtig, um die Haut gesund zu erhalten. Trockene Haut ist empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen, sie wird spröde und rissig, so dass Schadstoffe leichter eindringen können. Und auch die Kollagenfasern brauchen ein ausreichendes Wasserangebot, um die Haut elastisch zu halten. Hautpflege sollte sich an den natürlichen Gegebenheiten orientieren. Die Haut schützt sich selbst durch so genannte Barrierelipide vor unkontrollierten Wasserverlusten. Barrierelipide sind in die äußeren Hautschichten eingelagerte Fettlamellen, die aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften den Austritt von Wasser erschweren. Gute Hautpflege sollte die Barrierelipide bei ihrer Arbeit unterstützen. Um das zu erreichen, müssen die der Haut zugeführten Fettsubstanzen besondere Eigenschaften aufweisen. Am besten sind bestimmte pflanzliche Fette in der Lage, die Barrierefunktion der Haut zu verbessern. Paraffine dagegen sind für diese Aufgabe ungeeignet.

Hautpflege bei empfindlicher Haut

Empfindliche – leicht durch Umweltreize zu irritierende – Haut muss besonders intensiv gepflegt werden. Empfindliche Haut ist in aller Regel trocken, sie neigt zu Juckreiz und Entzündungen. Infolge verminderter Talgproduktion wird die natürliche Hautbarriere durchlässig: Wasser entweicht nach außen, Schadstoffe können leichter eindringen. Deshalb braucht empfindliche Haut vor allem einen guten Feuchtigkeitsschutz durch Zufuhr hochwertiger Fette (Lipide), um Defizite seitens der körpereigenen Talg- bzw. Barrierelipide auszugleichen. Im Unterschied zu Paraffinen – in vielen Hautpflegeprodukten enthaltenen Erdölprodukten – sind Lipide pflanzlicher Herkunft geeignet, die Barrierefunktion der Haut tatsächlich zu verbessern. Ideal sind Pflegeprodukte, die in der Lage sind, die – nicht selten chronisch angegriffene – empfindliche Haut auch über den Feuchtigkeitsschutz hinaus zu stabilisieren. Zu empfehlen sind Pflegeprodukte mit nachgewiesener anti-entzündlicher Wirkung, und auch ein günstiger Einfluss auf den Juckreiz ist wünschenswert.

Hautpflege bei fettiger Haut

Fettige Haut entsteht durch eine übermäßige Talgproduktion. Die Haut ist von einem Fettfilm überzogen. Die Poren verstopfen und können sich leicht entzünden, es entstehen Mitesser und Pickel. Fettige Haut muss deshalb zunächst mit geeinigten Produkten sehr gründlich gereinigt werden. Bei der Hautpflege sind fettreiche Produkte wie Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O) und reichhaltige Cremes unbedingt zu meiden. Empfehlenswert sind leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W), die im Unterschied zu den W/O-Emulsionen mehr Wasser als Fett enthalten. Vorsicht: Drücken Sie Mitesser und Pickel nicht selbst aus. Dadurch kann sich das Hautbild deutlich verschlimmern. Am besten lassen Sie sich professionell beraten.

Hautpflege bei Hauterkrankungen

Bei Hauterkrankungen ist eine hochwertige Hautpflege besonders wichtig. Die Inhaltstoffe der verwendeten Pflegeprodukte sollten die angegriffene Haut stabilisieren und so die ärztlichen Behandlungsmaßnahmen sinnvoll unterstützen. Besonders empfehlenswert bei Hauterkrankungen sind Pflegemittel, die zusätzlich zu einem günstigen Einfluss auf die Fett- und Wasserbalance der Haut auch anti-entzündliche und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen. Andererseits sollte sicher sein, dass die verwendeten Pflegeprodukte frei von Reizstoffen sind. Je weniger Zusatzstoffe die Produkte enthalten, desto besser! Bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte treten zwischen den Krankheitsschüben immer wieder Phasen auf, in denen die Haut deutlich gebessert, mitunter sogar ganz frei von Symptomen ist. Auch in diesen guten Zeiten darf die Hautpflege nicht vernachlässigt werden. Gerade jetzt braucht die Haut Unterstützung, um sich zu regenerieren und für erneute Krankheitsschübe optimal gerüstet zu sein.

Hautpflege bei Mischhaut

Ein sehr verbreiteter Hauttyp ist die Mischhaut. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass – meist mit bloßem Auge sichtbar – fettigere neben trockenen Hautpartien existieren. An Stirn, Nase und Kinn glänzt die Haut aufgrund erhöhter Talgproduktion, in dieser so genannten T-Zone treten bevorzugt Mitesser und Pickel auf. Die Haut der Wangenpartie dagegen ist aufgrund geringer Talgproduktion trockener, was oft mit einem Spannungsgefühl verbunden ist. Bei Mischhaut sollten die fettigen und die trockenen Hautpartien unterschiedlich gepflegt werden. Gut geeignet sind für die fettigen Zonen leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen, die mehr Wasser enthalten als Fett. Für die trockenen Partien dagegen sind Wasser-in-Öl-Emulsionen zu empfehlen, bei denen die Fettkomponente überwiegt.

Hautpflege bei trockener Haut

Trockene Haut ist in den meisten Fällen auf eine verminderte Produktion von Talgfett und/oder eine Störung im Bereich der Barrierelipide zurück zuführen. Sind diese wasserabweisenden Fettsubstanzen nicht voll funktionstüchtig, kann es leicht zu einem Wasserverlust über die Hautoberfläche kommen. Wie wichtig eine intakte Hautbarriere ist, machen die Folgeprobleme trockener Haut deutlich: Trockene Haut ist durch verschiedenste Umwelteinflüsse angreifbar. Fremdstoffe und Erreger können leichter in die Haut eindringen. Trocken Haut neigt zu Entzündungen und zu Juckreiz. Alle diese Aspekte sind bei der Auswahl des Pflegeprodukts zu berücksichtigen. Die Pflege bei trockener Haut zielt in erster Linie darauf ab, das Defizit seitens der Hautfette auszugleichen und so den Wasserhaushalt zu stabilisieren. Dafür sind vor allem Lipide (Fette) pflanzlichen Ursprungs geeignet, die tiefer in die Haut eindringen und die Barrierefunktion nachhaltig verbessern können. Ideal für die Pflege trockener Haut sind Produkte, die zusätzlich antientzündliche Eigenschaften besitzen und den Juckreiz günstig beeinflussen können – und die frei sind von hautreizenden Zusatzstoffen. Vorsicht! Viele denken: Zur Stabilisierung der Hautfeuchtigkeit verwendet man am besten stark wasserhaltige Produkte. Das ist ein Irrtum, denn wasserreiche Produkte trocknen die Haut noch mehr aus.

Hautregeneration bei Allergien

Allergische Hautreaktionen führen zu einer entzündlichen Schädigung der Haut. Nach Abklingen der Symptome müssen diese Schäden wieder repariert werden muss. Da allergische Reaktionen in vielen Fällen nicht nur einmal auftreten, sondern sich wiederholen, kann das zu einer echten Belastungsprobe für die Haut werden. Der Extremfall ist sicher die Neurodermitis, bei der sich die Haut während der Krankheitsschübe kaum erholen kann. Neben der medizinischen Behandlung ist bei allergischen Hauterkrankungen eine intensive Hautpflege wichtig. Da die allergische Haut meist trocken ist, müssen hochwertige Fette zugeführt werden, um den Wasserhausalt zu stabilisieren. Ideal sind Pflegeprodukte, die zusätzlich antientzündliche Eigenschaften haben und die Haut bei der Regeneration unterstützen. Auf keinen Fall dürfen die verwendeten Produkte Stoffe enthalten, die die Haut zusätzlich reizen könnten.

Juckreizlinderung

Juckreiz ist keine Lappalie. Juckreiz kann zur Qual werden, vor allem, wenn er chronisch ist. Viele Hauterkrankungen sind mit Juckreiz verbunden, aber auch schon allein trockene Haut kann zu dieser unangenehmen Missempfindung führen. Die Neurodermitis ist ein Beispiel dafür, was starker Juckreiz anrichten kann: Die Patienten kratzen sich wund und schädigen so die Haut immer mehr. Durch das Kratzen werden in großen Mengen Entzündungsstoffe wie Histamin freigesetzt, die den Krankheitsprozess in einer Art Teufelskreis immer weiter aufheizen. Deshalb sollte bei Hautproblemen bzw. Hauterkrankungen, die mit Juckreiz einher gehen, ein Pflegeprodukt gewählt werden, für das eine Juckreiz lindernde Wirkung nachgewiesen ist.

Konservierungsstoffe

Nach wie vor enthalten viele Hautpflegemittel Konservierungsstoffe, obwohl viele dieser Hilfsstoffe unter – sehr begründetem – Verdacht stehen, dass sie gesundheitliche Schäden anrichten können. Konservierungsstoffe dienen dazu, Hautpflegemittel haltbarer zu machen und vor allem auch eine Verunreinigung mit Bakterien und Pilzen zu verhindern. Der bekannteste der kritischen Konservierungsstoffe ist Formaldehyd. Formaldehyd kann Krebs auslösen – das ist erwiesen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Formaldehyd allergische Hautreaktionen provoziert, und es gibt Hinweise, dass die Hautalterung unter dem Einfluss von Formaldehyd beschleunigt wird. Trotzdem ist Formaldehyd als Zusatzstoff in Hautpflegprodukten immer noch erlaubt. Oft wird Formaldehyd als Inhaltsstoff nicht direkt ausgewiesen, sondern hinter anderen Bezeichnungen versteckt. Neu entwickelte Konservierungsstoffe haben die Erwartungen in eine bessere Verträglichkeit nicht erfüllt. Auch viele dieser Substanzen können zu Hautreizungen führen. Was die Sensibilisierung für allergische Reaktionen anbetrifft, sind manche der neuen Substanzen sogar noch riskanter als herkömmliche Konservierungsstoffe. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie Hautpflegeprodukte ohne Konservierungsstoffe verwenden. Denn solche Produkte gibt es, z. B. Produkte mit dem hochwertigen pflanzlichen Pflegewirkstoff Betulin.

Lichtschutzfaktor

Der Lichtschutzfaktor ist das Maß für die Wirksamkeit eines Sonnenschutzmittels. Er gibt an, wie viel mal länger man bei Verwendung des jeweiligen Mittels in der Sonne bleiben kann als ungeschützt, ohne dass sich eine Hautrötung entwickelt. Problematisch dabei: Viele wissen nicht, von welchem individuellen Zeitfenster ohne Sonnenschutz Sie ausgehen müssen. Dieses Zeitfenster ist je nach Pigmentierung des Hauttyps verschieden. In Europa wird der Lichtschutzfaktor nach dem standardisierten COLIPA-Verfahren ermittelt. Definitionsgemäß wird mit dem Lichtschutzfaktor nur die Schutzwirkung gegenüber den UV-B-Strahlen der Sonne – die für die Hautrötung verantwortlich sind – erfasst. Die ebenfalls schädlichen UV-A-Strahlen sind dabei nicht berücksichtigt. Deshalb gilt seit 2009 verpflichtend die Bestimmung, dass der UV-A-Schutzfaktor eines Sonnenschutzmittels mindestens ein Drittel des Lichtschutzfaktors betragen muss. Vorsicht: Sonnenschutzmittel brauchen eine gewisse Zeit, bevor sie ihre Wirkung entfalten. Deshalb sollten Sie sich eincremen und dann eine halbe Stunde warten, bevor Sie sich der Sonne aussetzen.

Liposom

Liposomen sind winzige Hohlkügelchen, die dazu benutzt werden, Wirkstoffe leichter von außen in tiefere Hautschichten zu transportieren. Künstlich hergestellte Liposomen sind von einer Doppelmembran umhüllt, die große Ähnlichkeit hat mit den Membranstrukturen der Haut. Deshalb können sie gut in die Hautbarriere eintauchen und sie passieren.

Lippenpflege

Da die Lippen nur eine dünne Epidermis und keine Fett produzierenden Talgdrüsen besitzen, können sie leicht austrocknen, spröde und rissig werden. Bei trockener Luft – wie sie z.B. in beheizten und klimatisierten Räumen herrscht – sind Lippenprobleme vorprogrammiert. Auch weisen Lippen im Unterschied zur normalen Haut keine Pigmentzellen auf, so dass ein wichtiger Schutzmechanismus gegenüber der Sonnenstrahlung fehlt. Lippen müssen deshalb besonders gepflegt werden. Das gilt umso mehr für Menschen, deren Lippen durch Erkrankungen – z.B. Neurodermitis oder auch eine Erkältung – besonders gefährdet sind auszutrocknen. Auch der hormonelle Umschwung in den Wechseljahren macht die Lippen anfälliger. Am besten verwenden Sie natürliche Pflegeprodukte mit Fett und Feuchtigkeit stabilisierender Wirkung, die idealerweise – für den Fall, dass kleine Risse entstanden sind – zusätzlich die Wundheilung unterstützen.

Lotion

Eine Lotion ist eine dickflüssige Wirkstoff-Zubereitung zur Reinigung oder Pflege der Haut.

Medizinische Hautpflege

Eigentlich gehören Kosmetik und Medizin zusammen. Schöne Haut ist gesunde Haut – das lässt sch nicht trennen. So hat denn auch Hippokrates, der Begründer der wissenschaftlichen Medizin, eine Vielzahl kosmetischer Rezepturen hinterlassen. Im Laufe der Geschichte wurde dann aber ein Trennungsstrich gezogen: Die Kosmetik war jetzt für die Schönheit zuständig, Gesundheit und Krankheit dagegen waren Sache der Medizin. Heute nun wird wieder zusammengeführt, was zusammen gehört. Das Konzept der medizinischen Hautpflege – das von Hautärzten mit getragen wird – basiert auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen über Eigenschaften und Funktionen der gesunden Haut. Bei der Hautpflege muss darauf abgezielt werden, diesen natürlichen Zustand zu bewahren und zu stützen. Hautpflege muss in die Tiefe gehen, um zu nachhaltigen Ergebnissen zu führen. Oberflächliche Manipulationen etwa mit dem Ziel, die Haut geschmeidiger aussehen zu lassen, bringen gar nichts, sie belasten allenfalls die Haut. Die Haut selbst schützt sich z. B. vor Wasserverlust durch Barrierelipide, an denen das Wasser – wegen der Abstoßung zwischen Wasser und Fett – nicht vorbei kommt. Fette, die diese Barrierelipide in ihrer Funktion nachahmen können, gilt es in die Haut einzuschleusen, wenn man den Feuchtigkeitsgehalt von trockener Haut wieder ausbalancieren will. Das ist medizinisch sinnvolle Hautpflege, die geeignet ist, die Haut gesund zu erhalten und auch ihre Gesundung zu fördern. Hochwertige Hautpflegeprodukte wirken einerseits vorbeugend, andererseits empfehlen Hautärzte ihre Anwendung auch unterstützend bei der Behandlung von Hauterkrankungen. Die Schönheit kommt dann ganz automatisch. Denn: Gesunde Haut ist schöne Haut.

Nachhaltigkeit

Hautpflege sollte die Haut vor Wasserverlusten schützen und ihre Barriereeigenschaften unterstützen. Die Betonung liegt dabei auf Nachhaltigkeit. Das Ziel muss sein, die natürlichen Funktionen der Haut nachhaltig zu stabilisieren. Kurzfristige Effekte dagegen sind Augenwischerei. So kann die Einlagerung von Wasser in die oberste Hornschicht der Haut zwar kurzfristig ein geschmeidiges Aussehen verleihen, die natürlichen Hautfunktionen werden dadurch aber nicht verbessert. Mehr noch: Starke Wassereinlagerungen können auf Dauer sogar zu einem stärkeren Austrocknen der Haut führen. Eine nachhaltige Feuchtigkeitspflege besteht in der Zufuhr hochwertiger Fette, die die Funktion der natürlichen Barrierelipide übernehmen und die Haut so vor Wasserverlusten schützen können. Diesen Anspruch erfüllen am besten natürliche Hautpflegeprodukte auf Basis pflanzlicher Fette. Und Nachhaltigkeit hat noch einen zweiten Aspekt: Hersteller von Naturkosmetik sind auch dem ökologischen Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die natürlichen Ressourcen sollen so genutzt werden, dass sie nachwachsen können und das natürliche Ökosystem erhalten bleibt.

Natürliche Hautpflege

Natürliche Hautpflege basiert auf Wirkstoffen, die man aus der Natur gewinnt. Im Unterschied dazu werden so genannte synthetische Wirkstoffe künstlich hergestellt. Für natürliche Hautpflegeprodukte werden vor allem pflanzliche Rohstoffe – z. B. Fette und ätherische Öle – verwendet, und zwar aus kontrolliert biologischem Anbau oder Sammlung aus Wildbeständen. Natürliche Hautpflege hat den Anspruch, besser wirksam und vor allem besser verträglich zu sein, indem sie die Haut auf natürliche Weise in ihren Funktionen unterstützt. So können die Barrierelipide unserer Haut, die einen Wasserverlust verhindern, durch manche pflanzliche Fette in ihrer Funktion gut nachgeahmt werden, besser als dies mit synthetischen Wirkstoffen gelingt. Die Natur verwendet nämlich – das steckt dahinter – immer wieder ähnliche Stoffe mit ähnlichen Funktionen. Der Begriff Naturkosmetik ist allerdings bislang nicht eindeutig definiert und nicht geschützt. Es gibt verschiedene Gremien, die natürliche Kosmetikprodukte daraufhin überprüfen, inwieweit sie den hohen Ansprüchen hinsichtlich Wirksamkeit, Verträglichkeit und Herstellung tatsächlich genügen. Eines dieser Gremien ist der BDIH, der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel. Natürliche Hautpflegeprodukte mit BDIH-Siegel sind frei von: Paraffinen und anderen Erdölprodukten, Silikonen, synthetischen Duftstoffen und synthetischen Farbstoffen.

Paraffine

Wussten Sie, dass Mineralöle die Fettgrundlage für eine Vielzahl von Hautpflegemitteln bilden. Paraffine, wie sie oft auf der Verpackung deklariert werden, sind nichts anderes als Erdölprodukte. Vaseline zum Beispiel ist ein Paraffin. Kann das gut sein für unsere Haut, wenn wir sie mit Mineralölen eincremen? Das Gegenteil ist der Fall: Paraffine können die Haut schädigen. Paraffine lagern sich nämlich als wasserunlöslicher Fettfilm der Haut auf und versiegeln sie, so dass kein Austausch zwischen Haut und Umgebung mehr stattfinden kann. Die Haut kann nicht mehr atmen. Talg kann nicht mehr abfließen, Mitesser und sogar Akne können die Folge sein. Der Schutz, den die Haut braucht, lässt sich durch Paraffine nicht herstellen. Dazu sind hochwertige Fette erforderlich, die tiefer in die Haut eindringen und die Funktion der natürlichen Barrierelipide übernehmen können. Am besten geeignet sind dazu natürliche Pflegeprodukten auf der Basis pflanzlicher Fette.

Peeling

Beim Peeling werden die obersten verhornten Schichten der Haut flächig entfernt – wörtlich übersetzt abgeschält. Das kann mechanisch etwa mit grobkörnigen Materialien geschehen, mit chemischen Substanzen oder per Laser. Peeling – das übrigens schon die alten Ägypter gekannt haben sollen – wird zu kosmetischen und auch zu medizinischen Zwecken angewendet. Das Ziel: Durch das Peeling soll eine Hauterneuerung angestoßen werden, um Hautprobleme zu bessern oder die Haut ganz einfach zu verjüngen. Peeling wird z.B. zur Behandlung von Akne, Pigmentflecken und Verhornungsstörungen eingesetzt. Vorsicht: Peeling sollten Sie nicht anwenden bei Besenreisern, Warzen und empfindlicher Haut!

Reizstoffe

Hautpflegeprodukte, die der Haut eigentlich nur gut tun sollen, können eine Reihe von Substanzen enthalten, die zu Entzündungsreaktionen an der Haut führen können. Bei Kontakt mit diesen Zusatzstoffen kommt es zu Hautrötungen oder Ausschlag. Dabei kann es sich um allergische – also durch Einschaltung des Immunsystems ablaufende – Reaktionen handeln, es gibt aber auch Chemikalien, die die Haut unmittelbar angreifen. Wieso sind in Hautpflegeprodukten überhaupt Reizstoffe enthalten, werden Sie fragen. Diese Stoffe können ganz unterschiedliche Funktionen haben, sie werden Hautpflegmitteln zugesetzt als Emulgatoren, um eine stabile Mischung von Wasser und Fetten herzustellen, Konservierungsstoffe, um die Haltbarkeit zu verbessern und eine Keimbesiedelung zu verhindern, Parfumstoffe oder Farbstoffe. Es geht aber auch ohne! Am besten achten Sie bei der Auswahl Ihrer Hautpflege darauf, dass sie ganz frei von Zusatzstoffen ist – dann sind Sie immer auf der sicheren Seite.

Rückfettung

Als Rückfettung wird ein Hautpflege-Konzept bezeichnet, das darauf abzielt, einen – in erster Linie durch Reinigung entstanden – Verlust an Hautfett auszugleichen. Bei der Hautreinigung werden in der Regel Seifenlaugen verwendet, die das leicht saure Milieu auf der Hautoberfläche zerstören können. Es besteht die Gefahr, dass wichtige Hautfette ausgewaschen werden mit der Folge, dass die Barrierefunktion der Haut gestört wird. Wasser kann jetzt leichter austreten, und die Haut kann austrocknen. Mit dem Konzept der Rückfettung will man das verhindern. Damit es zu einer echten Rückfettung der Haut kommt, müssen die zugeführten Lipide (Fette) bestimmte Eigenschaften aufweisen. Zur Hautpflege eingesetzte pflanzliche Lipide sind aufgrund von Strukturähnlichkeiten am besten geeignet, in die Haut einzudringen und Barrierefunktion zu übernehmen. Paraffine dagegen, die in vielen Hautpflegemitteln enthalten sind, bleiben außen an der Haut kleben und verschließen sie mit einem wasserunlöslichen Film.

Urea

Urea ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Harnstoff. Hautpflegeprodukte, die Urea enthalten, stabilisieren den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und bewahren sie vor Austrocknung. Hautpflege mit Urea unterstützt die natürlichen Schutzmechanismen, denn Harnstoff ist ein wichtiger natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut.

Verträglichkeit von Pflegeprodukten

Während Medikamente ein Zulassungsverfahren durchlaufen müssen, in dem ihre Wirksamkeit und auch ihre Verträglichkeit exakt dokumentiert werden, gibt es ähnliche Sicherheitsbestimmungen bei Hautpflegemitteln nicht. So ist zu erklären, dass manche Hautpflegemittel sehr problematische Substanzen enthalten, die nachweislich zu gesundheitlichen Schäden führen können: Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Duft- und Farbstoffe können allergische und nicht allergische Hautreizungen hervorrufen. Manche der zugesetzten Stoffe stehen sogar im Verdacht, Krebs auszulösen. Und auch Paraffine, die in vielen Hautpflegemitteln die Fettgrundlage bilden, stören die Haut mehr als ihr nutzen. Die Gesetzgebung weist in dieser Hinsicht große Lücken auf. Sie datiert aus einer Zeit, als der Kosmetikmarkt noch überschaubar war. Dann aber kam der Boom: Die Riesenanzahl heute angebotener Produkte mit einer noch größeren Anzahl von Inhaltsstoffen wurde – ohne ein unabhängiges Prüfverfahren – auf den Markt gebracht. Die Verantwortung in punkto Wirksamkeit und Verträglichkeit von Hautpflegeprodukten liegt allein bei den Herstellern. Die Hersteller sind per Gesetz lediglich verpflichtet, die Inhaltsstoffe ihrer Produkte auf den Verpackungen auszuweisen. Das Kleingedruckte eben – wer liest das schon und wer soll sich mit all dem Fachchinesisch auskennen? Für den Verbraucher bedeutet das skizzierte Szenario eine große Unsicherheit, sowohl was die Qualität der Hautpflege als auch was ihre Verträglichkeit angeht. Was also können Sie als Verbraucher tun? Sie können apothekenexklusive Hautpflegeprodukte verwenden. Dann können Sie davon ausgehen, dass die Produkte hohen Qualitätsansprüchen hinsichtlich Wirkung und Verträglichkeit genügen.

Wundheilungsförderung

Viele Hautkrankheiten gehen mit Hautverletzungen einher, so dass – mehr oder weniger umfangreiche – Reparaturarbeiten notwendig sind, um wieder eine intakte Hautstruktur herzustellen. Dabei kann man die Haut unterstützen: Es gibt Hautpflegeprodukte mit Wirkstoffen, die die Wundheilung nachweislich günstig beeinflussen können. Solche Pflegeprodukte werden von Hautärzten zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten empfohlen. Auch schon allein trockene Haut neigt zu Verletzungen, die oft mit bloßem Auge gar nicht zu sehen sind. Deshalb ist auch bei trockener Haut die Anwendung von Pflegeprodukten mit wundheilungsfördernden Eigenschaften sinnvoll.

Zusatzstoffe

Hautpflegeprodukte enthalten einerseits die pflegenden Wirksubstanzen, andererseits sind in der Regel aber noch verschiedene Zusatzstoffe beigemischt. Solche Zusatzstoffe erfüllen verschiedene Funktionen, sie dienen als Emulgatoren, Konservierungstoffe, Duftstoffe oder Farbstoffe. Das große Problem: Viele dieser Zusatzstoffe sind nicht unbedenklich. Sie können Hautreizungen und allergische Hautreaktionen hervorrufen. Einige dieser Substanzen wie Formaldehyd stehen sogar unter dem begründeten Verdacht, Krebs auszulösen. Dass es möglich ist, ganz ohne solche riskanten Zusatzstoffe auszukommen, zeigen Hautpflegeprodukte mit dem aus Birkenrinde gewonnenen Wirkstoff Betulin.